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15. Oktober 2027 · Vorsorge sichtbar machen.

Herz und Lunge gemeinsam denken

Nationaler Herz-Lungen-Tag · Schutz, Versorgung und Lebensqualität

Fakten und Studien

VERSTEHEN · FAKTEN UND STUDIEN

Evidenz braucht Kontext

Zahlen können Risiken und Versorgungslücken sichtbar machen. Aussagekräftig werden sie erst, wenn klar ist, welche Menschen untersucht wurden, über welchen Zeitraum und mit welchen Grenzen.

Unsere Regel: Wir belegen ein Risiko oder eine Versorgungslücke. Wir erklären keine persönliche Angst zur sicheren Prognose.

Fünf Fragen an jede Zahl

Für wen?

Welche Patientengruppe wurde untersucht und auf wen lassen sich die Ergebnisse übertragen?

Was?

Welches Ergebnis und welche Definition wurden verwendet?

Wann?

Über welchen Zeitraum wurde beobachtet?

Wie sicher?

Welche Unsicherheiten und Einschränkungen bestehen?

Erkrankungen und Studiengruppen getrennt betrachten

COPD, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, Mukoviszidose und Bronchiektasen haben unterschiedliche Ursachen und Verläufe. Auch CF- und Nicht-CF-Bronchiektasen dürfen nicht gleichgesetzt werden. Aussagen zu Herzinsuffizienz, kardiovaskulären Risiken oder Sterblichkeit werden deshalb nur für die jeweils untersuchte Gruppe verwendet.

KRANKHEITSLAST BEI BRONCHIEKTASEN

Sterblichkeit sichtbar machen und richtig einordnen

Bronchiektasen verlaufen sehr unterschiedlich. Alter, Lungenfunktion, Ausmaß der Erkrankung, akute Verschlechterungen, chronische Infektionen und Begleiterkrankungen können die Risikoeinschätzung beeinflussen.

12,4–53,0 %

Spannbreite der 5-Jahres-Mortalität in den Studien einer systematischen Übersicht. Die große Spannbreite zeigt, wie verschieden die untersuchten Gruppen waren.

20,4 %

Gesamtmortalität in einer prospektiven Nicht-CF-Kohorte bei einer medianen Nachbeobachtung von 5,18 Jahren.

Besondere Untergruppe: In derselben älteren Kohorte lag der Wert bei Menschen mit COPD-assoziierten Nicht-CF-Bronchiektasen bei 55 %. Dieser Wert gilt nicht für alle Menschen mit Bronchiektasen und ist keine persönliche Prognose.

Warum wir diese Zahlen zeigen

Die Zahlen sollen keine Angst erzeugen. Sie zeigen, warum Bronchiektasen ernst genommen, nach Schweregrad eingeordnet und zusammen mit relevanten Begleiterkrankungen betrachtet werden müssen.

Diagnostik, Leitlinien und Kampagnenposition trennen

Leitlinie

beschreibt Empfehlungen für definierte Erkrankungen und Situationen.

Studie

liefert Ergebnisse für eine bestimmte Population und Methode.

Kampagnenposition

benennt, was die Initiative prüfen oder verändern möchte.

Rechts- oder Statistikquelle

belegt gesetzliche Grundlagen oder offizielle Zahlen mit ihrem jeweiligen Geltungsbereich.

Eine stärkere kardiologische Mitbeobachtung ist ein Ziel der Initiative. Daraus folgt kein pauschaler Anspruch auf dieselbe Untersuchung oder ein festes Intervall für alle Lungenerkrankungen.

QUELLEN UND METHODISCHE EINORDNUNG

Welche Aussage wird wodurch belegt?

  1. Chalmers et al., European Respiratory Review 2024
    Bezug: systematische Übersicht zur klinischen und sozioökonomischen Krankheitslast; Grundlage der 5-Jahres-Spannbreite.
  2. Loebinger et al., Respiratory Medicine
    Bezug: prospektive Kohorte zu Nicht-CF-Bronchiektasen; Grundlage für 20,4 %, 5,18 Jahre und die ausgewiesene COPD-Untergruppe.
  3. AWMF/DGP: S2k-Leitlinie Bronchiektasen (2024)
    Bezug: Leitlinien- und Konsensgrundlage für Diagnostik, Risikoeinordnung und Versorgung.

Stand der Quellenzuordnung: 15. August 2026. Die abschließende Prüfung mit der zentralen Quellendatenbank bleibt Teil des Gesamtchecks.